2003-2005. Aus dem Leben der Gemeinde in Halle

26.-27. September 2003. Fünfjähriges Bestehen der orthodoxen Gemeinde in Halle an der Saale.

Am 26. – 27. September, zum Festtag der Erhöhung des Hl. Kreuzes des Herrn, feiert die orthodoxe Gemeinde in Halle an der Saale ihr fünfjähriges Bestehen. Das Patronatsfest wird in der Hauskapelle zum Hl. Kreuz, im Haus Nr. 24 der Franckeschen Stiftungen, gefeiert. Die Göttliche Liturgie wird von S.E. Erzbischof Feofan von Berlin, im Beisein des Erzpriesters Georgij Antonjuk, des Dekans für den Kirchenkreis Ost, zusammen mit zahlreichen Gläubigen aus Halle und Umgebung zelebriert. Aus Leipzig kommt der leitende Gemeindevorsteher Priester Alexej Tomjuk. Der Gemeindechor singt unter der Leitung von Ludmila Luft. Im Anschluß an den Gottesdienst gibt der Gemeindechor ein kleines Konzert. Zu dem festlichen Anlaß wurden die Geistlichen und Mitglieder anderer Christlichen Kirchen von der Gemeinde eingeladen.

14. November 2003. „Russland-Tag“ in den Franckeschen Stiftungen zu Halle.

In diesem Jahr der Deutsch – Russischen Kulturbegegnungen veranstalteten die Franckeschen Stiftungen in Halle am Freitag, dem 14. November, einen „Russland -Tag“. Seit ihrer Gründung bestehen enge Verbindungen zwischen Halle und Russland. Es fand 1697 – 1698 der erste Russisch – Unterricht Deutschlands in Halle statt. Der Mediziner und Naturforscher Georg Wilhelm Steller nahm von hier aus an der Erforschung Sibiriens teil. Nach halleschem Vorbild ließ Zar Peter der Große (1709-1712) in Tobolsk (Sibirien) ein Waisenhaus errichten.

Am Freitag, 14. November 2003, um 18.00 Uhr hielt der Priester Alexej Tomjuk, von der Russischen Orthodoxen Gemeinde zu Halle, im Englischen Saal der Franckeschen Stiftungen, einen Vortrag. Der Vortrag zum Thema „Die aktuelle Lage der Rentner im Russland“, wobei es auf den allgemeinen Zustand der Altersvorsorge in Russland, aber auch auf den Beitrag, den die russische Orthodoxe Kirche zu leisten versucht, eingegangen wurde.

Anschließend fand eine Filmvorführung, aus der Reihe „Berlin – Moskau, 1950-2000“ der Kulturstiftung des Bundes in den Franckeschen Stiftungen statt. Gezeigt wurden russische und deutsche Filme der 80er Jahre.

8.Januar 2005. Orthodoxer Heiligabend 2005 in Halle.

„Für diese Hallenser ist heute erst Weihnachten“ Halle. Nein, diese Menschen haben Weihnachten nicht verschlafen. Die meisten Sachsen – Anhalter putzen heute ihr Christbäume ab. Für die Mitglieder der orthodoxen Gemeinde Halle beginnt das schönste Fest des Jahres erst.

70 Frauen, Männer und Kinder sind in der Gemeindeliste eingetragen. Für sie ist am 6. Januar Heiligabend. Der erste Stern am Himmel beendet ihr vierwöchige Advents- und (!) Fastenzeit (wie es zur Luthers Zeit übrigens auch bei uns anderen Christen üblich war). In der Heilig – Kreuz – Hauskirche in den Frankeschen Stiftungen verlass Gemeindepriester Alexej Tomjuk (40) den Gläubigen gestern die Weihnachtsbotschaft von Seiner Heiligkeit Patriarch Alexij II.

Ab heute wird ausgelassen gefeiert: „Nach dem Gottesdienst versammeln sich die Familien zum festlichen Essen“ – erzählt Alexej Tomjuk. „Es ist außerdem Tradition, die Nachbarn, Taufpaten, und Verwandten zur Weihnachtszeit zu besuchen.“

*Orthodoxe Christen feiern ihre Feste nach dem julianischen Kalender. Der hinkt dem im Westen gebräuchlichen gregorianischen Kalender um 13 Tage hinterher. (© Für diese Hallenser ist heute erst Weihnachten“ von Uwe Freitag, „Bild – Halle an der Saale“, 8.01.05)

17.-29. Juli 2005. Halle-Leipzig – Pilgerfahrt nach Estland.

Vom 17. bis 29. Juli 2005 reiste eine Gruppe von Gemeindemitgliedern der Leipziger Gedächtniskirche, sowie Mitglieder der Hl.-Kreuz-Kirche in Halle, nach Estland. Im Rahmen der sommerlichen Pilgerschaft besuchte die 10köpfige Gruppe das Mariä-Entschlafen-Nonnenkloster bei Kuremäe, in Estland. Am ersten Tag wurde die Gruppe von der Klostervorsteherin – der Äbtissin Warwara – empfangen. Die Gäste aus Deutschland verbrachten hier die ganze Woche, voller Gebet und Arbeit, zugunsten der Schwesterngemeinschaft. Am Morgen des letzten Tages der Reise besuchten die Pilger die Hauptstadt Estlands – Tallinn – um dortige Religions- und Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Hier wurde die Gruppe in der Hl. – Alexander Newskij – Kathedrale und in der Hl. Nikolaus Kirche von den beiden orthodoxen Gemeinden Tallinns brüderlich aufgenommen.

Das Mariä-Entschlafen-Nonnenkloster in Estland

Das Mariä-Entschlaffen-Nonnenkloster (auch als Pühtitza-Kloster bekannt), ist eines der Klöster der Orthodoxen Kirche Estlands, und befindet sich im Osten dieses baltischen Landes. Das Nonnenkloster selbst untersteht dem Patriarchen Alexij II., dem Oberhaupt der Russischen Orthodoxen Kirche. Schon fast tausend Jahre existiert das Mönchtum in der Russischen Kirche, die 1988 das 1000jährige Jubiläum ihres offiziellen Bestehens gefeiert hat. Das Pühtitza-Kloster ist relativ jung – es wurde 1891 gegründet, hat jedoch bereits seine festen Traditionen. Die Hauptkirche des Klosters – die Mariä-Entschlafen-Kathedrale – wurde im 1910 erbaut. Alle andere Kirchen und Häuser des Klosters sind ein hervorragendes Beispiel russischer Holzbaukunst. Dazu gehören die Hll. Symeon und Anna – Kirche (Refektorium, erbaut 1895), die Hll. Nikolaos und Arsenios des Großen – Kirche (Friedhofskapelle, erbaut 1885), die Hll. Johannes und Isydor – Kirche (Taufkapelle, erbaut 1895), und die Hll. Alexij und Warwara – Kirche (geweiht 1986). Auch in den Jahren der Glaubensverfolgung in der Sowjetunion (1917 – 1988) wurde das Kloster sehr populär, besonders in der Urlaubs- und Ferienzeit kommen viele Menschen es zu besuchen.

Über 150 Nonnen und Novizinnen leben derzeit im Kloster, und für sie alle ist die Klostervorsteherin – die Äbtissin Warwara – verantwortlich. Im Kloster geschieht nichts ohne den Segen der Äbtissin. Die Äbtissin Warwara (Valentina Trofimowa – so lautet der bürgerliche Name) kam vor 50 Jahren als 22-jährige in das Mariä-Entschlafen-Nonnenkloster, dessen Vorsteherin sie seit 1968 (also fast 40 Jahre) ist. Ihre Autorität ist uneingeschränkt und beruht nicht etwa auf der Prärogative der Macht, sondern auf Vertrauen. Die Äbtissin Warwara reguliert den Prozess der Besichtigung und des näheren Kennenlernens sehr exakt. Die stets gutmütige, sanfte und gastfreundliche Frau hat unablässig zu tun: Sie weist den Novizinnen im Laufe des Tages die verschiedenen Arbeiten an und spendet einer Pilgerin Trost, bespricht mit Arbeitern, die das Kloster sich kommen lässt Einzelheiten der Bautätigkeit, liest aufmerksam die Presse durch und empfängt Gäste. Laut einer uralten Tradition wird die Vorsteherin eines Frauenklosters liebevoll als Matuschka („Mütterchen“) angeredet, wobei sich diese Anrede nicht nur Nonnen und Geistliche bedienen, sondern auch alle Besucher. „Wir schließen uns nicht ab, “ – erzählt die Äbtissin selbst. „Wir beten für die ganze Welt, für ihr Wohlergehen. Wir lieben diese Welt, und widmen uns einem jeden, der unserer bedarf, bezeugen ihm unser Mitleid und helfen ihm. Unser Kloster ist durch seine schöpferische Tätigkeit fest im nationalen Boden verwurzelt. Wir entstammen dem Volk, und bleiben ein freilich auch nur sehr kleiner Teil von ihm. Es hat in der Geschichte unseres Vaterlandes kein betrübliches und kein freudiges Ereignis gegeben, das die Nonnen und Mönche nicht mit ihm geteilt hätten.“ © „Äbtissin Warwara“, Broschüre, Moskau, 1989.

Adresse des Klosters: Estland, 41201 Kuremäe, Illuka vald, Ida-Virumaa, Tel (372) 339 2124.

6.August 2005. Besuch Erzbischof Feofan in der Orthodoxen Gemeinde in Halle/Saale.

Am Samstag, den 6. August, bereisten Erzbischof Feofan, Hegumen Alexander und Protodiakon Vladimir die orthodoxe Gemeinde zu Ehren der Erhöhung des Kostbaren und Lebendigmachenden Kreuzes des Herrn zu Halle an der Saale. 2005 feiert die im Jahre 1998 gegründete Gemeinde den 5ten Jahrestag ihrer Hauskapelle. Nach der Göttlichen Liturgie in der Kirche vollzog Erzbischof Feofan, zusammen mit den Geistlichen, die Taufe eines Kindes in der Gemeindekapelle. Im Anschluss an dem Gottesdienst genossen alle die Gastfreundschaft der Gemeinde.

10.September 2005. 7te Gemeindeversammlung der orthodoxen Christen in Halle/Saale.

Am Samstag, den 10. September, wurde die 7te Versammlung der orthodoxen Christen der Stadt Halle/Saale durchgeführt. Die Versammlung wurde mit dem Gebet, nach der Göttlichen Liturgie eröffnet. Es standen Berichte und Bewertungen verschiedener Bereiche des Kirchlichen Lebens insgesamt an, sowie die Aktivitäten der Gemeinde zu Halle/Saale, auch einige Entscheidungen wurden getroffen.

Die Gemeinde zu Halle steht unter dem Schutz des Hl. Kreuzes und heißt „Hl. Kreuz-Gemeinde“, sie untersteht der Diözese der Orthodoxen Kirche Russlands in Deutschland. Der Vorsteher der deutschen Diözese ist S.E. Erzbischof von Berlin Feofan (Galinski). Zur Zeit versammeln sich die orthodoxen Christen für den Gottesdienst und Religionsunterricht in der Moritzkirche zu Halle, im Stadtzentrum. In der Gemeindeliste sind ca. 70 Mitglieder verschiedener Nationalitäten eingetragen und werden vom Gemeindevorsteher Erzpriester Alexej Tomjuk betreut. Die erste Versammlung der orthodoxen Christen der Stadt Halle/Saale wurde am 5. Juni 1999 durchgeführt.

30.September – 1. Oktober 2005. Patronatsfest in der Gemeinde in Halle.

Am 30. September und 1. Oktober feierte die orthodoxe Gemeinde zu Halle an der Saale ihr jährliches Patronatsfest. Zum Hauptgottesdienst (Göttliche Liturgie) in der Hauskapelle zum Hl. Kreuz, im Haus Nr. 24 der Franckeschen Stiftungen kam S.E. Erzbischof Feofan von Berlin, der Erzpriester Georgij Antonjuk, Dekan für den Kirchenkreis Ost und Protodiakon Vitalij Sadakov. Im Anschluss an der Liturgie genossen alle Anwesenden die Gastfreundschaft der Gemeinde.

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